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Halbjahresbilanz: 829.000 Übernachtungen im ersten Halbjahr 2022

Positive Entwicklung der Übernachtungszahlen im Gesamtreiseverkehr, Übernachtungen in der Hotellerie erreichen Vorkrisenniveau nicht

Die Tourismusbranche in Freiburg und der Region ist nach wie vor von den Nachwirkungen der Coronapandemie sowie dem Fachkräftemangel, aber auch den aktuellen internationalen Herausforderungen betroffen. Nach dem ersten Halbjahr blickt der Freiburg-Tourismus aber leicht positiv in die Zukunft: 829.000 Übernachtungen wurden im Zeitraum von Januar bis Juni 2022 in Freiburg registriert.

Damit liegen die Übernachtungszahlen über dem Vorkrisenniveau von 2019: Hier wurden im ersten Halbjahr 776.900 Übernachtungen registriert. Das entspricht einem Anstieg von 6,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies laut Statistischem Landesamt Baden-Württemberg einem Plus von 193,2 Prozent, was u.a. auf den Lockdown in der ersten Jahreshälfte 2021 zurückzuführen ist. Die Übernachtungszahlen beziehen sich auf Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten, umfassen also die Summe aus Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Campingplätzen und der Jugendherberge.

Die Freiburger Hotellerie hat bei den Übernachtungszahlen gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2019 ein leichtes Minus von 1,8 Prozent zu verzeichnen (578.200 Übernachtungen im ersten Halbjahr 2022). Insgesamt sind die Übernachtungszahlen aber auch in der Hotellerie wieder auf ein höheres Niveau angestiegen (+ 252,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2021). Die durchschnittliche Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten in der Hotellerie befindet sich mit 41,9 Prozent allerdings unter dem Vorkrisenniveau von 2019 (52,1 Prozent), was u.a. auf eine deutlich höhere Anzahl der angebotenen Schlafgelegenheiten zurückzuführen ist: Von Januar bis Juni 2019 wurden insgesamt 6.396 Schlafgelegenheiten verzeichnet, von Januar bis Juni 2022 sind es insgesamt 7.847 Schlafgelegenheiten und damit ein Plus von knapp 1500 Betten. Im ersten Halbjahr 2021 lag die Auslastung in der Hotellerie bei 15,8 Prozent, was auch hier vorrangig auf den Lockdown in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen ist.

Die Auslastung der Schlafgelegenheiten im Reiseverkehr insgesamt beläuft sich für Januar bis Juni 2022 auf 39,5 Prozent, was ebenfalls unter der Auslastung im ersten Halbjahr 2019 liegt (44,5 Prozent). Von Januar bis Juni 2021 belief sich die Bettenauslastung im Reiseverkehr auf 19,7 Prozent.

FWTM-Geschäftsführerin Hanna Böhme: „Die Übernachtungszahlen im Gesamtreiseverkehr im ersten Halbjahr sind erfreulich. Freiburg ist eine starke Stadt- und Naturdestination mit herausragenden Gastgeber_innen und Angeboten für Besucher_innen, die maßgeblich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben. Doch die Herausforderungen für die Branche – u.a. Arbeitskräftemangel, hohe Energiekosten, Corona-Unsicherheiten bezüglich des anstehenden Herbstes – sind gewaltig. Zudem ist in Freiburg ein weiteres Wachstum der Übernachtungszahlen erforderlich, um die Auslastung wieder auf Vorkrisenniveau anzuheben. Die laufende Umsetzung des Tourismuskonzepts für Freiburg sowie eine langfristige Strategie zur Belebung der Innenstadt tragen hierzu wesentlich bei.“

Christoph Glück, 1. Vorsitzender DEHOGA Kreisstelle Freiburg-Stadt: „Die vorliegenden Übernachtungszahlen könnten zwar positiv stimmen, jedoch überwiegen die Sorgen in der Branche deutlich. Denn wie sich die Zahlen in den nächsten Quartalen aufgrund des Krieges in der Ukraine und den damit verbunden Preisexplosionen in allen Bereichen entwickeln, bleibt abzuwarten. Wenn die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben, besteht die Gefahr, dass auf das Reisen verzichtet wird. Wenn auf der einen Seite die Umsätze aufgrund fehlender Belegung zurückgehen und dann mögliche ruinöse Preiskämpfe einsetzen und auf der anderen Seite die Kosten in den Betrieben weiterhin nur eine Richtung kennen, nämlich steil nach oben, dann sind das keine guten Voraussetzungen für die Branche und den Standort. Besonders das Thema Energiekosten könnte für viele Betriebe nicht nur in unserer gesamten Branche zur Existenzfrage werden. Trotzdem bleiben wir optimistisch, aber das fällt schwer, nach schwierigen Pandemie-Jahren und nun noch einem Krieg in Europa. Wir hatten uns einen anderen Start aus der Corona-Krise gewünscht, denn dafür gaben die Zahlen Hoffnung.“

Der Anteil der internationalen Gäste am Reiseverkehr in Freiburg liegt derzeit noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019: Im ersten Halbjahr 2022 waren 163.600 der registrierten Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland. Das entspricht einem Minus von 27,9 Prozent gegenüber 2019 (226.900 Übernachtungen von Auslandsgästen). Die Top Ten der Herkunftsländer der Freiburger Übernachtungsgäste führt bisher die Schweiz als Spitzenreiter mit insgesamt 47.643 Über-nachtungen an (- 22,5 Prozent gegenüber 2019), gefolgt von Frank-reich mit 14.985 Übernachtungen (- 22,6 Prozent) und den Niederlanden mit 12.163 Übernachtungen (- 7,5 Prozent). Auf dem vierten Platz befindet sich für das erste Halbjahr 2022 die USA mit 9.887 Übernachtungen (- 37,5 Prozent), gefolgt von Italien mit 8.813 Übernachtungen (- 35,9 Prozent) und Spanien mit 8.495 Übernachtungen (- 38,6 Prozent). Platz 7 belegt das Vereinigte Königreich mit 6.282 Übernachtungen (- 42,0 Prozent), Platz 8 Österreich mit 6.047 Übernachtungen (+ 1,2 Prozent) und Platz 9 Belgien mit 3.447 Übernachtungen (- 26,5 Prozent). Auf Platz 10 befindet sich Polen mit insgesamt 3.282 Über-nachtungen (+ 35,8 Prozent).